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SEO im Handwerk

Wer einen Dachdecker sucht, tippt selten einen Firmennamen ein. Gesucht wird nach Leistung und Ort – gefunden wird, wer dafür eine Seite hat.

Die meisten Handwerksbetriebe haben eine Website. Die wenigsten werden über sie gefunden. Das liegt selten am Design und fast immer daran, dass die Seite nicht beantwortet, wonach Menschen tatsächlich suchen: eine Leistung, an einem Ort, mit einem konkreten Problem.

Wie Menschen nach Handwerkern suchen

Kaum jemand sucht nach „Musterbau GmbH". Gesucht wird nach Leistung plus Ort – „Dachrinne reparieren Essen", „Heizung erneuern Mülheim", „Elektriker Altbau Bochum" – oder nach einem Problem: „Wasserfleck an der Decke", „Heizung wird nicht warm". Wer auf diese Sucharten keine Antwort bereithält, taucht nicht auf, egal wie gut der Betrieb ist.

Daraus folgt die wichtigste Regel: eine Seite je Leistung. Nicht eine Sammelseite „Unsere Leistungen" mit acht Absätzen, sondern acht Seiten mit je einem Thema. Google braucht eine eindeutige Zuordnung zwischen Suchanfrage und Seite – und der Besucher auch.

Die Reihenfolge, die sich im Handwerk bewährt hat

SEO im Handwerk scheitert selten an fehlenden Maßnahmen und fast immer an der Reihenfolge. Diese hier trägt:

  1. Google-Unternehmensprofil – der schnellste Hebel. Es steht über den normalen Ergebnissen und entscheidet bei lokalen Suchen einen großen Teil der Klicks. Details unter Google-Unternehmensprofil für Handwerker.
  2. Technische Grundlagen – erreichbar, indexierbar, auf dem Handy benutzbar. Das ist keine Kür, sondern Voraussetzung. Wenn Google die Seite nicht lesen kann, hilft der beste Text nichts.
  3. Leistungsseiten – je Gewerk und Hauptleistung eine eigene Seite, die auch den Ort benennt. Siehe Handwerker-Website erstellen.
  4. Lokale Signale – Einzugsgebiet, einheitliche Firmendaten, Branchenverzeichnisse. Mehr dazu unter Lokale SEO für Handwerker.
  5. Vertrauen – Bewertungen, echte Projektbilder, Ansprechpartner mit Gesicht. Wirkt auf Menschen und auf Google.

Was auf eine Leistungsseite gehört

Eine Leistungsseite, die Anfragen auslöst, beantwortet in dieser Reihenfolge: Was mache ich genau? Für wen? Wo? Was kostet es ungefähr? Wie geht es weiter?

  • Die Leistung in der Sprache des Kunden, nicht in Fachbegriffen
  • Typische Anlässe – wann ruft man dafür an?
  • Ablauf in drei bis fünf Schritten, damit klar ist, was passiert
  • Eine Preisspanne oder wenigstens die Faktoren, die den Preis bestimmen
  • Zwei bis drei echte Projektbilder, keine Stockfotos
  • Einzugsgebiet konkret benannt, nicht „deutschlandweit"
  • Kontaktmöglichkeit direkt auf der Seite, nicht erst im Menü

Der häufigste Fehler: Kannibalisierung

Viele Betriebe bauen mit der Zeit mehrere Seiten, die dasselbe behandeln – eine Leistungsseite, ein Blogbeitrag, eine Landingpage aus einer alten Kampagne. Google weiß dann nicht, welche gemeint ist, und zeigt mal die eine, mal die andere. Beide ranken schlechter, als eine starke Seite es könnte.

Prüfen lässt sich das in der Search Console: Wenn für dieselbe Suchanfrage mehrere URLs Impressionen bekommen, konkurrieren sie. Die Lösung ist Zusammenlegen, nicht Ergänzen.

Woran Sie erkennen, ob es wirkt

Nicht an Rankings allein. Ein Sprung von Position 40 auf 25 sieht nach Fortschritt aus, bringt aber null Klicks. Belastbar sind drei Zahlen aus der Search Console:

Kennzahl Was sie zeigt
Impressionen Ob Google Sie für relevante Suchen überhaupt in Betracht zieht
Klicks Ob Ihr Suchergebnis überzeugend genug ist
Position je Suchanfrage Wo tatsächlich Luft nach oben ist – nicht der Seitendurchschnitt

Entscheidend ist die Zuordnung Suchanfrage zu Seite. Nur so sehen Sie, welche Seite für welchen Begriff antritt – und ob das die Seite ist, die Sie gemeint haben.

Wann sich SEO nicht lohnt

Es gibt Fälle, in denen ich abrate. Wenn Ihr Einzugsgebiet nur wenige tausend Einwohner umfasst und die Suchanfragen entsprechend selten sind, ist der Aufwand schwer hereinzuholen – dann sind Empfehlungen und ein gepflegtes Google-Profil der bessere Weg. Und wenn der Betrieb in zwei Jahren übergeben wird, rechnet sich eine mehrjährige Investition kaum.

Womit Sie rechnen müssen, wenn es sich lohnt, steht unter SEO-Kosten für Handwerker. Welche Kanäle neben SEO überhaupt infrage kommen, unter Marketing für Handwerker.

Häufige Fragen

SEO im Handwerk: kurz beantwortet

01 Was bringt SEO einem Handwerksbetrieb konkret?

Anfragen von Leuten, die genau Ihre Leistung in Ihrer Gegend suchen – und zwar dann, wenn sie den Bedarf haben. Das unterscheidet SEO von Werbung: Sie unterbrechen niemanden, Sie sind da, wenn jemand sucht.

02 Muss ich dafür ständig Texte schreiben?

Nein. Für einen Handwerksbetrieb reichen in der Regel fünf bis acht gute Seiten, die dann jahrelang halten. Ein Blog ist optional und lohnt sich nur, wenn jemand ihn wirklich pflegt. Wichtiger als Menge ist, dass jede Leistung ihre eigene Seite hat.

03 Was, wenn der Wettbewerb in meiner Stadt schon gut ist?

Dann schauen wir uns an, wo genau er gut ist. Oft haben auch gut aussehende Websites Lücken: fehlende Leistungsseiten, ein ungepflegtes Google-Profil, keine Inhalte zu Spezialleistungen. Im Handwerk ist der Wettbewerb online meistens schwächer, als er offline wirkt.

04 Brauche ich zuerst eine neue Website?

Nicht zwingend. Wenn die bestehende Seite technisch sauber ist und sich Inhalte ergänzen lassen, ist ein Umbau oft günstiger und schneller als ein Neubau. Ein Relaunch lohnt sich, wenn die Seite auf dem Handy unbrauchbar ist, kein Impressum hat oder auf einem System läuft, das niemand mehr pflegen kann.